Niemand dienet aber Gott, als wer ihn lässet seinen Gott sein und seine Werke in sich wirken, wovon droben gesagt ist. Jetzt gebraucht man das Wörtlein Gottesdienst freilich leider in einem so fremden Sinn, daß, wer es höret, gar nicht an solche Werk denkt, sondern an Glockenklang, an Stein und Holz der Kirchen, an das Rauchfaß, an die Flammen der Lichter, an das Geplärre in den Kirchen, an Gold, Seiden, Edelstein der Chorkappen und Meßgewänder, an Kelche und Monstranzen, an Orgeln und Bilder, an Prozession und Kirchgang und an das allergrößte, nämlich ans Maulplappern und Paternostersteine zählen. Dahin ist’s mit dem Dienst Gottes kommen.
WA TR 6, 95 Nr. 6648
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