Und sprach D. Luther: Als er ein junger Knab gewesen wäre, da hätte man die Hochzeit und den Ehestand für sündlich und unehrlich Wesen gehalten und gemeint, wenn man an der Eheleute Leben gedächte, so sündigete man dran; aber wer da ein heilig und Gott wohlgefällig Leben führen wollte, der sollte nicht ein Weib nehmen, sondern keusch leben oder Keuschheit geloben. Drüm funde man ihr viel, wenn ihnen die Weiber sturben, so wurden sie Mönche oder Pfaffen. Aber diejenigen haben der christlichen Kirchen wol gedienet, die sich deß befleißiget haben, daß sie den Ehestand durch Gottes Wort herrlich erhalten und geehret haben. Denn jtzt weiß man, daß es ein heiliger und tröstlicher guter Stand sey, wenn ein Mann und Weib bey einander im Ehestand friedlich leben, ob ihnen Gott gleich nicht Leibesfrüchte oder Kinderlein gibt oder sonst oft das Weib Gebrechen an ihr hat.
WA TR 6, 284 Nr. 6941
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