So wollt unser Herrgott auch gern, daß wir sein Wort fleißig in unsern Herzen bewegten und uns so einbildeten, daß es uns schier zur Natur würde. So heißt’s im Hohenlied (8, 6): »Drücke mich in dein Herz wie ein Siegel. Wie ein Brandzeichen soll es sein, daß nicht auf dem Herzen schwebt nur wie ein Schaum auf dem Wasser oder Geifer auf der Zunge, die da aufspritzen. Ich wollt, spricht er, daß es ins Herz gedrückt würde und ein Malzeichen bliebe, daß niemand auswischen könnte, als wär es natürlich drin gewachsen und ließe sich nicht auskratzen.«
WA 37, 246
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