Skip to content
Menü Schließen

WA 10/1 2, 114

Und er sagte ihnen ein Gleichniß: »Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume, wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr; wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist.« Eitel Trostworte sind das. Er gibt nicht ein Gleichniß vom Herbst oder Winter, da alle Bäume kahl werden und betrübte Zeit angeht; sondern von dem Lenz und Sommer, das eine fröhliche, lustige Zeit ist, da sich alle Creaturen aufthun und fröhlich sind. Damit er je klärlich genug lehrt, daß wir uns des jüngsten Tages sollen mit solcher Lust und Begierde versehen und trösten, als sich alle Creaturen auf den Lenz oder Sommer freuen. Was sollte sonst dies. Gleichniß, wo er das nicht wollte und darin lehren? Er hätte wohl ein anderes gefunden, da solche Lust und Freude nicht ist.

Veröffentlicht unter luther, Luther 10/1-2