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WA 10/1 1, 68

Wie hätte Gott seine Güte größer mögen erzeigen, denn daß er sich so tief in Fleisch und Blut senkt, daß er auch die natürliche Heimlichkeit nicht verachtet, und die Natur an dem Ort aufs allerhöchste ehret, da sie in Adam und Eva ist am allerhöchsten zu Schanden worden, daß hinfort auch das nun göttlich, ehrlich und rein ist, das in allen Menschen das ungöttlichste, schamlichste und unreinste ist. Das. sind rechte Gottes Wunderwerke. Wie hätte er auch stärker, kräftiger und reiner Bild der Keuschheit mögen uns vorlegen denn diese Geburt? Wie gar fällt dahin alle böse Lust, alle bösen Gedanken, wie stark sie immer sind, wenn wir nicht mehr thun, denn zusehen dieser Geburt, und bedenken, wie die hohe Majestät so mit ganzem Ernst, so mit überschwänglicher Liebe und Güte wirkt und zu schaffen hat in dem weiblichen Fleisch und Blut dieser Jungfrau.

Veröffentlicht unter luther, Luther 10/1-1