Also geht es allezeit in dein christlichen Menschen, daß ihm Gott nach der Anfechtung, so er besteht, so herzlich süß wird und so nahe und klärlich erkannt wird, daß der Mensch nicht allein vergißt der Angst und Anfechtung, sondern auch Lust und Liebe gewinnt zu mehr Anfechtung, und hinfürder stark wird, daß er sich nicht mehr so leicht ärgert an dem ungestalten, unansehnlichen Leben und Wesen Christi. Denn er hat nun geschmeckt und empfunden, daß also müsse zugehen: wer Christum finden will, daß sichs anlasse, als solle er nichts finden denn nur Schande.
WA 10/1 1, 612
Veröffentlicht unter luther, Luther 10/1-1