Gott hat auch den Brauch nie gehabt, daß er ein Zeichen, wenn es an sein End kommen ist, wiederum aufrichtete, sondern hat allzeit neue und andere Zeichen eingesetzt. So hat er auch nach der Erfüllung seiner Versprechung an Abraham, nach Christi Ankunft, dem Samen Abrahams ein andres neues Zeichen aufgerichtet, nämlich die Taufe. Das ist gewiß das letzte Zeichen vor dem jüngsten Tag, weil’s Christus selbst eingesetzt hat. Dennoch bleibt der Glaube an Christus immer derselbe, wie er auch in Abraham war, denn der Glaube weiß weder von Tag noch Nacht noch irgendeiner äußeren Wandlung zu sagen. Die Taufe bedeutet nu (heut) dasselbe, was die Beschneidung (bedeutet hat), wovon zu seiner Zeit zu reden ist.
WA 10/1 1, 509
Veröffentlicht unter luther, Luther 10/1-1